Fichte dDie Fichte
"Baum des Jahres 2017"
(Picea abies)

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Die Wahl der Fichte zum Baum des Jahres 2017 gibt Gelegenheit, über die künftige Entwicklung dieser Baumart zu diskutieren. In nur wenigen Regionen Deutschland wächst die Fichte von Natur aus. Ohne den Einfluss des Menschen wäre sie wäre eine regional sehr begrenzt vorkommende Waldbaumart, die es in den allermeisten Bundesländern gar nicht gäbe. Tatsächlich aber ist sie heute mit 26 Prozent der Waldfläche die am stärksten verbreitete Baumart – zum Vergleich: Kiefer 22,9 Prozent, Buche 15,8 Prozent, Eiche 10,6 Prozent. Besonders hoch ist der Fichtenanteil in Bayern, Thüringen, Sachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

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Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatten die Menschen den Wald völlig übernutzt. Die Bäume wurden zum Heizen, Kochen und Bauen abgeholzt und verwendet. Dazu kam noch der hohe Bedarf durch den Schiffsbau, den Bergbau und die Glashütten. Das große Bevölkerungswachstum tat sein Übriges. Kahlflächen und nährstoffarme Böden führten zur Bevorzugung der schnell wachsenden und anspruchslosen Gemeinen Fichte (Picea abies), so dass riesige Flächen mit Fichten-Monokulturen entstanden.

Deutschland ist natürliches Heimatgebiet von Laubwäldern, heute besteht mit 55,5 Prozent der größte Teil der Wälder aus wirtschaftlichen Gründen aus Nadelbäumen. Die Fichte ist mit einer Wuchsfläche von 2,76 Millionen Hektar die häufigste Baumart Deutschlands. Aufgrund der vielseitigen Verwendbarkeit des Holzes (Papier, Bauholz) ist sie der „Brotbaum“ der Forstwirtschaft. Rund 90 Prozent der Holzernteerträge kommen aus dem Verkauf von Fichten. In jüngster Zeit geht durch den Umbau in stabile Mischwälder der Anteil der Fichte etwas zurück.
Die anhaltenden Stickstoffbelastungen, die die Ernährung der Fichte ins Ungleichgewicht bringen, setzen der Art ebenso zu wie der Klimawandel. Als flach wurzelnde Baumart leidet sie stärker als andere unter der vermehrten sommerlichen Trockenheit, die weiten Teilen Deutschlands droht. Die geschwächten Bäume bieten eine leichte Beute für Insekten wie den Borkenkäfer, der von trockenen Sommern profitiert. Mit dem Klimawandel nimmt auch die Gefahr durch Orkane zu. Die Fichte hält hohen Windgeschwindigkeiten kaum stand.

Frankenwald

Frankenwald ist Waldgebiet des Jahres 2017
Das Waldgebiet des Jahres erfährt deutlich weniger Aufmerksamkeit als der Baum des Jahres oder andere Natur des Jahres. Der Titel wird auch erst seit 2012 vom Bund Deutscher Forstleute verliehen. 2017 hat man sich für den Frankenwald entschieden.
Der Frankenwald liegt überwiegend im Nordosten Frankens, kleine Teile gehören zu Thüringen. Die grenznahe Lage charakterisiert die Region, ähnlich wie Harz und Bayerischer Wald, noch heute mit ihrer Abgeschiedenheit und viel Natur. Das Mittelgebirge erhebt sich bis auf fast 800 Meter und besteht aus Fichtenwald, der mit offenen Bereichen das Landschaftsbild prägt. Das Holz aus dem Frankenwald gelangte mittels Flößerei bis nach Amsterdam. Es wurde zudem für die Porzellan- und Glasindustrie benötigt.
Touristisch gesehen liegt der Frankenwald immer noch etwas abseits. Bekannt dürfte der Rennsteig sein, auf dem man über die bewaldeten Höhen wandern kann. Fern des Weges findet man im Frankenwald aber Ruhe und Abgeschiedenheit und kann nachts noch den Sternenhimmel bewundern.